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Bibelzentrum Barth - Neues Mitglied stellt sich vor
„Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ (Lukas-Evangelium Kap.18, 27). Dieser biblischen Nachdenk-Satz ist für das Jahr 2009 als Losung gewählt worden. Wir finden, er passt - vorausgesetzt natürlich, dass wir beim Deuten unserer Lebensereignisse mit Gott rechnen.
Vor 25 Jahren hätte es wohl kein Mensch für möglich gehalten, dass die Mauer, die Deutschland 28 Jahre lang trennte, sehr bald fallen würde. Dass das geschah und dabei kein Blut vergossen wurde, können wir vielen Umständen zuschreiben und Analysen darüber anstellen, was gut und richtig ist. Darüber hinaus aber lässt sich sagen: Das war bei Gott möglich!
Vor zwanzig Jahren hätte wohl niemand in Barth für möglich gehalten, dass ein mittelalterliches und völlig heruntergekommenes Haus, die Hospital-Kapelle Sankt Jürgen am Barther Stadtrand, einmal Denkanstöße für Menschen von heute geben würde. 1992 waren die Türen des maroden Gebäudes längst geschlossen, die Fenster zugemauert. Die letzten Bewohner hatten das Gebäude schon Mitte der 80er Jahre verlassen. Wenn jemand damals gesagt hätte, dass hier in wenigen Jahren mehr als 10.000 Besucher jährlich ein- und ausgehen und begeistert in den historischen Räumen lesen, lernen und diskutieren würden, wäre er wohl für verrückt gehalten worden.
Die Geschichte des Barther Bibelzentrums ist ein kleines Wunder: Ursprünglich vor den Toren der Stadt Barth gelegen, gehörte es zu einem Leprahospital. Nach dem 30jährigen Krieg wurden in das Kirchenschiff Zimmer und Kammern eingebaut. Die wurden für Kranke, später für Gesunde als Wohnstätte genutzt. Der Altarraum blieb als Gottesdienstraum erhalten.
Bei Menschen Unmögliches wurde bei Gott möglich: Weil ausgerechnet in Barth, dem kleinen Ackerbürgerstädtchen, vor 420 Jahren die erste Bibel für das damalige Pommern gedruckt wurde, der man schon lange eine Ausstellung widmen wollte, konnte Unmögliches Realität werden. Immerhin hat der Pommernherzog Bogislaw XIII. in Barth 1588 tausend Exemplare des ersten niederdeutschen Bibeldrucks auf pommerschen Boden drucken lassen. Ein Exemplar dieser Barther Bibel ist in der Stadt am Bodden erhalten geblieben.
So konnte nach vielen Jahren Planungs- und nach drei Jahren Bauzeit im Jahr 2001 die alte Hospitalkirche, in der Jahrhunderte lang Diakonie praktiziert wurde, in völlig neuem Gewand und mit neuer Aufgabe feierlich eröffnet werden. Eine Ausstellung mit der Barther Bibel als Herzstück und einer, die den Besuchern die Bibel als aktuelles Buch in vielen Bereichen des menschlichen Lebens nahe bringt.
So findet sich in den Räumen des St. Jürgen Hospitals ein Raum über das Kirchenjahr. Viele Menschen wissen zurzeit nicht, warum Ostern, Pfingsten und Weihnachten gefeiert wird. So finden sich hier Informationen rund um die Verbreitung der Bibel, über Handschrift, Buchdruck und PC, verbunden mit der Frage, warum die Bibel immer mit den modernsten Mitteln verbreitet und in so viele Sprachen (mehr als 2400 sind es im Moment) übertragen wurde. Vieles gibt es zum Selbermachen. Einen kleinen Bibelgarten finden die Besucher, weil auch in diesem Bereich die Bibel präsent ist. Schließlich bieten im Dachgeschoss multimediale Rauminstallationen Denkanstöße zu Lebensthemen.
Täglich außer montags ist die Ausstellung von 10-18 Uhr geöffnet.
Alljährlich finden im Niederdeutschen Bibelzentrum Tagungen und Seminare für Lehrer/innen, Pfarrer/innen, Religionslehrer/innen statt. Es gibt schulischen Unterricht in den verschiedensten Fächern, Freizeiten für Kinder und Jugendliche sowie vielfältige Veranstaltungen für Menschen, die immer schon mal etwas genauer über Bibel und Christentum informiert werden wollen.
Seit einem halben Jahr ist das Barther Bibelzentrum Mitglied im Kreisdiakonischen Werk. Wir freuen uns über die Mitgliedschaft, zeigt sie doch die Verbundenheit deutlich, die in den vergangenen Jahren zwischen unseren Einrichtungen gewachsen ist. Eine noch engere Zusammenarbeit mit dem KDW Stralsund kann gut wachsen.
Das Niederdeutsche Bibelzentrum wünscht allen Lesern ein segensreiches und gelingendes Jahr 2009. |

(Bibelzentrum Barth)

(Armen Stube)

(Besucher Bibelgarten)
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