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20 Jahre „Rettet die Altstadt Stralsund“ Ostsee Zeitung
02.12.2009 - 10:59 Zwei Jahrzehnte ist es her: Am 27. November 1989 traf sich auf Einladung des Kulturbundes eine kleine Gruppe von Interessenten, um das Thema „Rettet die Altstadt Stralsund“ zu diskutieren. Grundlage war der Entwurf eines Aufrufs zu einer Bürgerinitiative, den der spätere Hauptkonservator Dr. Loui aus Rostock verfasst hatte.
Die Bürgerinitiative konstituierte sich am Freitag, dem 1. Dezember 1989 im Scheelehaus unter dem Vorsitz des Ehrenbürgers der Stadt, Prof. Dr. Herbert Ewe. Der Leiter des Stadtarchivs hatte sich in der DDR-Zeit nicht nur durch zahlreiche Publikationen, sondern vor allen Dingen auch als Retter des Johannisklosters einen Namen gemacht. Ziel der Bürgerinitiative war es von Anfang an, die in der DDR-Zeit arg vernachlässigte Altstadt der Hansestadt vor dem endgültigen Verfall zu bewahren. Zu den ersten Aktivitäten gehörte die Durchsetzung eines Beschlusses, alle Abrissaktivitäten sofort einzustellen. Die Bürgerinitiative gründete sich als Verein am 24. Oktober 1991 unter dem Namen Bürgerkomitee „Rettet die Altstadt Stralsund“. Erster Vorsitzender wurde der Architekt Harald Rünger. Bereits am 15. Dezember1990 hatte sich in Lübeck ein Förderverein „Rettet die Altstadt Stralsund zu Lübeck“ gebildet, der die gleichen Ziele wie die Stralsunder Initiative verfolgte. Auf einer Mitgliederversammlung am 28. August 1993 beschloss der Lübecker Verein, seinen Sitz nach Stralsund zu verlegen und seinen Namen zu ändern in Bürgerkomitee „Rettet die Altstadt Stralsund“. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vom 27. November 1993 vereinigten sich das Stralsunder Bürgerkomitee und der Lübecker Verein. Ab 1. November 1994 war Dr. Dieter Bartels Vorsitzender. Sein Nachfolger ab 2002 wurde Prof. Dr. Rupert Eilsberger. In den vergangenen 20 Jahren ist das Bürgerkomitee auf eine Mitgliederzahl von rund 300 angewachsen. Es hat über eine Million Euro an Mitgliedsbeiträgen und Spenden gesammelt, die überwiegend zum Erhalt von Altstadtdenkmalen und zu einem kleineren Teil für Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltungsaufwendungen eingesetzt wurden. Die letzte größere Fördermaßnahme war ein Beitrag von 20 000 Euro für den Wiederaufbau der Hans-Lucht-Kanzel in der Jakobikirche. Das Bürgerkomitee führt regelmäßig Fachveranstaltungen durch, die sich mit Fragen des Bauens und Wohnens in der Altstadt beschäftigen. Es „mischt sich ein“, wenn in der Altstadt problematische Abrisse oder aber interessante Neubauten anstehen. Ansprechpartner sind hier weniger die jeweiligen Architekten als vielmehr das städtische Bauamt. Das Bürgerkomitee gibt eine Zeitung „Giebel & Traufen“ heraus und wirkt in den Gremien mit, die sich mit der Stadtentwicklung beschäftigen, mit, so im Ausschuss für Bau, Umwelt und Stadtentwicklung oder im Welterbebeirat. Im August dieses Jahres hat das Bürgerkomitee die „Herbert Ewe Stiftung Altstadt Stralsund“ gegründet, die dieselben Ziele wie das Bürgerkomitee verfolgt, aber neben ihm besteht. Das Bürgerkomitee geht davon aus, dass es mit einer Stiftung noch besser gelingt, auch überregional Gelder für die Altstadt einzuwerben. Das Bürgerkomitee hat seinen Sitz in der Wasserstadt, Seestraße 5. Vorstand und Beirat – insgesamt neun Personen – tagen monatlich, führen Besichtigungen in der Altstadt durch und beraten über weitere Aktivitäten. Als Förderverein ist das Bürgerkomitee stets an neuen Mitgliedern oder Spendern interessiert. Die Stiftung kann nur durch so genannte Zustiftungen in Höhe von mindestens 1000 Euro unterstützt werden. R.E. |