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Täglich großes Gewimmel im Haus Ostsee Zeitung
08.12.2009 - 09:14 Die Auferstehungskirche in Grünhufe hob vor einem Jahr das Nachbarschaftszentrum aus der Taufe. Die OZ hat sich dort umgeschaut.
Musik dröhnt durchs Haus. In Sichtweite des Altars lassen es Christoph, Philipp, Felix und Gabriel rocken. „Wir proben seit einem halben Jahr und sind froh, dass wir hier die Möglichkeit dazu bekommen“, sagt Philipp, der am Hansa- Gymnasium lernt. Einen Namen haben die Jungs für ihre Band noch nicht, aber ein Ziel vor Augen: Den Auftritt zur Weihnachtsfeier im Nachbarschaftszentrum Grünhufe am 11. Dezember. „Am Freitag werden sich alle Gruppen des Hauses mit ihre Projekten vorstellen und das Programm zur Feier gestalten“, sagt Thomas Gürgen. Der 34-Jährige ist Jugendreferent der Auferstehungskirche. Er organisiert und koordiniert die Freizeitangebote für die jungen Besucher des Nachbarschaftszentrums unter dem Dach des Gotteshauses. Etwa das Volleyball-Training in der Halle der Schill-Schule. „Das haben wir gemeinsam mit der Stadtteilkoordination angeschoben“, sagt Gürgen. Für ihn ist es eine Vorstufe zum Vereinssport. „Hier geht es nicht um Leistung, sondern darum, die Mädchen und Jungen in Bewegung zu bringen.“ Damit das klappt, kümmern sich zwei Jugendliche ums Training. Robert ist einer von ihnen. Der 20-Jährige will Erzieher werden. „Die Arbeit mit dem Volleyball-Team ist eine gute Ergänzung zu meiner Ausbildung“, meint er. Auch wenn es mitunter schwierig sei, die verschiedenen Altersgruppen unter einen Hut zu bringen, ist er immer noch überzeugt: „Es macht vor allem Spaß.“ Einen Übungsleiterschein hat er noch nicht. „Da sind wir bereits mit dem Sportbund im Gespräch, um das Volleyball-Training auch auf eine fachliche Grundlage zu stellen“, berichtet Thomas Gürgen.
Gemeinsam mit dem Sportbund soll im Nachbarschaftszentrum auch das nächste Projekt angeschoben werden — Sport für Mutter und Kind. Da, wo jetzt noch die Band probt, wollen im nächsten Jahr Janine Ahrendt und Nadine Molzahn mit jungen Müttern und ihrem Nachwuchs turnen.
Die beiden sportlichen jungen Frauen haben ihren Übungsleiterschein schon in der Tasche, sind bei SV Medizin engagiert. „Wir wollten darüber hinaus noch ein bisschen mehr tun“, sagt Janine und Nadine ist überzeugt: „Mit Kindern zu arbeiten macht Spaß.“ Allerdings fehlt es im Nachbarschaftszentrum dafür noch an ein paar Voraussetzungen. „Springseile, Reifen, Bälle und ein paar Matten sowie Turnbänke wären nicht schlecht“, sagt Nadine.
Thomas Nitz hofft da auch auf die Unterstützung der der OZ-Leser. „Ich bin froh, dass über die Weihnachtsaktion ,Helfen bringt Freude‘ Spenden für unser Vorhaben gesammelt werden, Kinder sportlich in Bewegung zu bringen“, sagt der Mann von der Einsatzstellenleitung des Nachbarschaftszentrums. Seitdem die Kirche sich vor einem Jahr entschloss, unter ihrem Dach großen und kleinen Bewohnern Grünhufes Angebote für Freizeit und Begegnung anzubieten, ist die Einrichtung des Hauses starken Belastungen unterworfen.
„Inzwischen machen wir schon aus zwei kaputten Stühlen einen ganz“, weiß sich Nitz zu helfen. Immer dienstags und donnerstags ist das Haus besonders voll. In Spitzenzeiten toben bis zu 30 Kinder durch die Räume. So wie Patricia, Kristina, Miriam, Michelle, Annika und Peggy. Die zehn- bis 15-jährigen Mädchen haben unter Anleitung von Martha ein Theaterstück für die Weihnachtsfeier geprobt und sind nach der Konzentrationsphase ganz hibbelig. „Im Mittelpunkt des Stücks stehen die Proben für ein Krippenspiel, die etwas anders verlaufen als geplant“, lässt die 17-jährige Regisseurin durchblicken.
Ein Stockwerk höher ist es etwas ruhiger. Die Frauen vom Umsonstladen spannen bei einer Tasse Kaffee aus. Im Januar hat der Laden das erste Mal seine Pforten geöffnet. „Wir sind seither fast überrannt worden“, freut sich Mitorganisatorin Kerstin Palm über den Zuspruch zum Projekt. Und eins ist ihr noch wichtig: „Ohne die Unterstützung vom Nachbarschaftszentrum hätten wir das hier nicht machen können.“
JÖRG MATTERN |